Benrath: Junge Europäer machen Geschichte(n). Von Simona Meier. Medienspiegel KFSR

BenrathJunge Europäer machen Geschichte(n)

 Internationales Erasmus-Treffen am Schloß-Gymnasium: Fünf Schulen aus fünf Ländern beteiligen sich seit August 2016 an dem auf drei Jahre angelegten Projekt. Die Jugendlichen drehen einen Dokumentarfilm und gestalten Theaterstücke.

 Exkursionen und Workshops stehen auf dem Programm der Projektwoche, die 55 Gastschüler aus Litauen, Frankreich, Italien und Spanien in Düsseldorf verbringen. Sie sind Teil von Erasmus+, einem Projekt mit dem Titel „Junge Europäer schreiben/machen Geschichte“, mit dem das politische Bewusstsein und Engagement von Schülern in Europa gestärkt werden soll. Dazu setzen sich die Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren in historischen und künstlerischen Teilprojekten mit dem Kampf gegen den Faschismus im Spanischen Bürgerkrieg auseinander, führen Interviews mit Zeitzeugen und drehen einen Dokumentarfilm.

Mit dabei sind auch Dalia Minelgaite (16) aus Litauen und Thalia Sardo aus Frankreich. „Es ist sehr interessant, die unterschiedlichen Sichtweisen kennenzulernen“, sagt die Litauerin, die zur Zeit in einer Gastfamilie lebt und am Dokumentarfilm des Projekts mitarbeitet. Auch die Französin engagiert sich seit zwei Jahren im Projekt: „Ich mag den Austausch der verschiedenen Kulturen“, sagt sie. Erste Ergebnisse präsentierte sie mit den anderen Schülern bei einer Theateraufführung für geladene Gäste, die gestern Abend im Schloß-Gymnasium stattfand.

Wie weit bin ich bereit, mich politisch für Demokratie zu engagieren? Ist es auch heute wieder notwendig, gegen Diktatur und Terrorherrschaft zu kämpfen? Fragen dieser Art klären die Schüler in dem Projekt. „70 Jahre Frieden sind keine Selbstverständlichkeit“, sagt der pensionierte Lehrer Heinz Werner, hauptverantwortlicher Koordinator des Projekts am Schloß-Gymnasium. „Die Schüler trafen einen 96-jährigen Zeitzeugen in Spanien“, sagt er. Das Vermächtnis des alten Mannes wird Teil des professionellen Dokumentarfilms, der 2019 bei den Filmfestspielen in Toulouse uraufgeführt werden soll. Bis es soweit ist, steht diesen Herbst noch eine weitere Reise mit einer kleinen Gruppe nach Spanien auf dem Programm.

Im Rahmen der aktuellen Projektwoche, die morgen endet, besuchte die internationale Gruppe bereits die Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf und wurde von Oberbürgermeister Thomas Geisel im Jan-Wellem-Saal des Düsseldorfer Rathauses empfangen. Im Anschluss an den Empfang setzten sich die Schüler bei einer Stadtführung mit der Geschichte des jüdischen Lebens und der nationalsozialistischen Gewalt in Düsseldorf auseinander. Die Beschäftigung mit diesem Thema ergänzte ein Besuch in Köln und eine Exkursion zur ehemaligen Ordensburg Vogelsang in der Eifel, wo junge Männer die Nazidenkweise eingebläut bekamen.

Für Koordinator Heinz Werner geht von der internationalen Zusammenarbeit der jungen Menschen ein besonderes Flair aus, bei dem auch die Sprachen eine wichtige Rolle spielen: „Wer miteinander redet, redet nicht übereinander“, sagt er. Für die beteiligten Schüler sind die internationalen Treffen deshalb ein besonderes Highlight von Erasmus+.

(sime)
Quelle: RP.online, 19.05.2017, Benrath
INFO

Das EU-Programm Erasmus +

Was Zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport. Die Mittelausstattung beträgt 14,7 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2014 bis 2020

Projekt „Junge Europäer machen Geschichte“

Umsetzung Theaterprojekte und Dokumentarfilm

Ziel Politisches Engagement und Bewusstsein von Schülern in Europa stärken

Redaktion KFSR

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